Übernachtungs Kindergeburtstagsparty in der Jurte
Einer fast sechsjährigen alle Geburtstagspartywünschen zu erfüllen ist wahrscheinlich unmöglich. Und jeder weitere Geburtstag konkurriert mit dem vorherigen. Und eigentlich soll alles werden wie beim letzten Mal und noch ein bisschen mehr. Das hieße Schatzsuche , Ponyreiten, Keramikwerkstatt besuchen, Prinzessinentorte usw. Und vielleicht sogar mit Gästen zum Übernachten.
Da haben die Eltern eine Eingebung, überaschen wir unsere Tochter, dann hat sie keine Zeit, im Vorfeld nervös zu sein und und ist so platt, daß sie auch keine Muse hat zu vergleichen.
Die Gäste werden also zum Reinfeiern und Übernachten eingeladen – geheim, versteht sich. Der Garten läd gerade nicht zum Übernachten ein, weil eine Baustelle die Romantik stört, aber zelten wäre schon schön, irgendwo, nicht ganz soweit von zu Hause…..
300m Luftline von unserem Zuhause befindet sich der Lindenpark, Jugendzentrum, Skaterbahn, toller Spielplatz und es gibt zwei Jurten, eine davon habe ich auch schon im beheizten Zustand gemütlich im Winter erlebt – Bollerofen in der Mitte.
Ich frage bei der Leitung an, ob es möglich wäre, hier Geburtstag zu feiern und ja als i-Tüpfelchen zu übernachten. Als alles mit den Konzerten und Parties, die sonst im Lindenpark auch stattfinden, terminlich rückversichert ist, steht es fest, wir feiern rein und die Gäste brinegn ihre Schlafsäcke mit.
Nachdem Merle von den Großeltern vom Kindergarten abgeholt wird, ahnt sie noch nichts, auch als sie auf dem Spielplatz im Lindenpark ist noch nicht, als sie Girlanden und Luftballons sieht, wohl schon. Und nach udn nach tauchen um fünf ihre geladenen Freunde auf – zum sechsten Geburtstag natürlich sechsJ
Der Grill glüht schon, damit sich die Meute für die Schatzsuche im angrenzenden Wald stärken kann. Als es langsam dunkel wird, liest der Papa eine erdachte Geschichte am Lagerfeuer vor – von leuchtenden Elfenringen udn Süßigkeitenschätzen. In der Zeit bereitet die Mama den Pfad der Elfen vor udn versteckt Schätze udn verteilt leuchtende Ringe der Elfen (Knicklichter). Zwanzig Minuten später gehts los. Kaum jemand scheint Angst vor dem dunklen Wald zu haben, immerwieder müssen wir die Truppe ermahnen zusammen zubleiben. Schnell ist sie auf dem richtigen Weg. Allerdings schienen auch schon andere Schatzsucher einiges gefunden zu haben 3 von sieben Schätzen sind geplündert, wie traurig. Wer macht sowas?
Trotzdem sind die Kinder von den leuchtenden Ringen und dem Inhalt der restlichen Schatzdosen begeistert und kehren wieder ins Jurten Lagerfeuerlager zurück.
Alles wird gerecht geteilt und dann zur letzten Stärkung vor dem Schalfen ein Stockbrot gebacken. Einige sind schon sehr müde, andere schlafen doch lieber zu Hause. Ein großer Bruder und eine Mama schlafen auch mit in der Jurte, genug Platz ist ja runde um den Bollerofen, in dem schon ein Holzscheid brennt.
Nachdem entschieden ist, wer neben wem schläft, gehts noch schnell ins jwd zum Zähneputzen und Pullern und dann kuscheln sich alle ein, eine Geschichte wird gelesen und alle schnarchen noch vor Mitternacht.
Die Jurte war schon sehr einladend hergerichtet mit Matratzen und Kuschelkisssen, Lichterketten usw. Kein Wunder, daß alle bis gegen acht Uhr morgens durchschliefen.
Alle helfen mit beim Decken der Geburtstagsfrühstückstafel und endlich darf die sechsjährige alle Geschenke auspacken. Ein Wunder, daß sie die Neugier bis jetzt im Zaum gehalten hat.
Es ergibt sich unter einem Zeltpavillon eine schöne große Runde von Eltern, Großeltern, Kindern. Gegen Mittag löst sich die Veranstaltung auf und allen Übernachtungsgästen und auch dem Geburtstagskind hat es super gefallen.
Die Eltern freuen sich mit den Kindern und überlassen die Gestaltung der nächsten Stunden den Großeltern, um sich von der Party auszuruhen.
Irgendwie ist die Anspannung bei uns bei solchen Gelegenheiten recht hoch, da die Erwartungen vom Geburtstagskind hoch sind und wir ja auch was besonders schönes kreiieren wollen.
Kulturinsel Einsiedel
„Konturinsel Einsiedel“ sagt unsere Fünfjährige, als wir sie auffordern mal in die Kamera zu sprechen , wo wir hier gerade sind. Jede Menge Konturen, bunte, schwarze, naturliche, Baumstammumrahmte und nichtgerahmte… Diese Insel hat Kontur….
Die Reise auf diese Insel ist auf jeden Fall nicht gerade kurz, aber wir sind angehalten, das jwd etwas näher in Augenschein zu nehmen. Unser alter Passat wird von Trabis verfolgt während unsere Augen draußen an putzbröckelnden Fassaden mit kaum mehr zu erkennenden KONSUM Schildern hängenbleiben. Ein paar wenige Gasthäuser am Straßenrand – schade daß die Mama einen Picknick Korb gepackt hat, so wird unsere Neugier nicht befriedigt, wie es dort wohl innen aussieht und was es zu essen gibt. Wir vermuten, da schon alle Straßenschilder auf deutsch und polnisch sind, gibt es wohl auch Bigosch und andere polnische Nationalgerichte. Wir sind fast am Neißeufer an der polnischen Grenze in der Nähe von Görlitz nach 3 Stunden Fahrt angelangt. Eine Insel soll es hier geben? Mmhhh im Fluß oder wo oder im größten zusammenhängenden Waldgebiet Mittel Europas?
Kein Hinweisschild bis am Waldrand Holzzäune mit bunten Häuschen auftauchen – sieht aus wie die Kennzeichnung einer ganz besonderen Spezies in einem ganz eigenen Landstrich.
Ein paar bunt bemalte Autowracks stecken in den Bäumen fest und grüngeringelte Hängebrücken wie in einer Kulisse eines Fantasiefilms zeugen davon, daß wir angekommen sind – Kulturinsel Einsiedel mit dem ersten Baumhaushotel Deutschlands.
Einchecken:
In der Trollpforte erhalten wir unseren großen Schlüsselring mit den Schlüsseln zu Thor Alfons Astplast, einem Luxusbaumhaus wie sich herausstellen sollte.
Anfang April, es liegt Schnee und die Natur ist noch nicht aus dem Winterschlaf erwacht, die einzig bunten Pflanzen wuchern wie lebendig aus den Schneeresten – es sind Holzsskulpturen zu klettern und entdecken, auf drei Ebenen: Ebene null für jeden sichtbar, die darunter nur durch enge Röhren oder Rutschen zu erreichen, die darüber mit waghalsigen Kletteraktionen gelangt man auf die Hängebrücken.
Grit, die Baumhausfee führt uns zum Astplast, über Stege und Stiegen in den Baumwipfeln erreichen wir unsere Kajüte. Thor Alfson ist der Troll dieses Baumhauses. Er sammelt Münzen und ist wohl ein begeisterter Seefahrer, deshalb fühlen wir uns in den Schlafkojen fast wie in einem alten Segelboot – es schwankt sogar hin und wieder, wenn Jan sich durchs Haus bewegt J zwei Stufen hinauf und wir sitzen in der Kombüse: Holztisch mit Bänken und einem alten Schiffsmodell, aus den Bullaugen schauen wir auf andere Baumhäuser und durch die noch unbelaubten Äste der Baumkronen. Eine steile Stiege hinauf und wir finden zwei gemütliche Kojen mit 2 Meter breiten Betten und noch eine kleine Leiter hinauf einen Schlafboden. Hier könnten also sechs erwachsene Baumhausschläfer übernachten. Nach der langen Autofahrt wollen wir uns hier am liebsten einkuscheln und ein bißchen chillen, aber genauso neugierig sind wir auf das Land drumherum – ein Begrüßungstrunk wartet auf uns im Baumstammlokal. Weil es bis dorthin auf der Karte nicht weit ist, wollen wir uns schnell den Trunk abholen und dann gestärkt die Umgebung erkunden. Aber huch, nach einer Stunde haben wir fast vergessen, was eigentlich unser Ziel war. Verloren in der Fantasiewelt der Turiseder, in den unterirdisch und überirdisch angelegten Kletterskulpturen, zwischen den Tieren aus einer anderen Welt und den kleinen verschlungenen Pfaden dazwischen – sind wir erstaunt, daß wir die Zeit ganz vergessen haben. Am Baumstammlokal genießen wir ein Heißgetränk und sinken schon etwas erschöpft in die Baumstammsessel. Außer uns sind noch eine Kindergeburtstagsgesellschaft und eine Großfamilie hier, aber wie uns das Personal berichtet, auch wenn es im Sommer zum Folklorum 16000 Gäste sind, „vertut“ sich das auf dem Gelände. Es ist so wunderbar weitläufig und nur mit einem Blick vom Zauberschlossturm oder einem anderen Baumwipfel erhält man wieder einen Überblick und kann herausfinden, wo man eigentlich ist. Man kann sich treiben lassen und erkennt manchmal erst auf den zweiten Blick, wenn man an einer Ecke schon mal war – wenn das denn überhaupt passiert.
Kurz vor dem Abendessen beschließen wir, ins Zauberschloß zu gehen, d.h. Merle und die Mama, die mit ihren Matschhosen und Headlights für jedes Abenteuer ausgerüstet sind. Rasselketten helfen einem hoch in die Türmchen zu gelangen, man kan auch eine gewendelte schiefe Ebene nehmen – aber was ist das? Sackgasse. Ein Schild vor einer runden Öffnung sagt etwas von nicht bremsen und es erwartet einen das Grauen…. es gibt fast kein Zurück. Taschenlampen nützen erstmal nix, denn das Rohr, durch das man rutschen soll geht um die Ecke und es ist einfach nur dunkel, wenn man genau hinhört, nimmt man gruselige Geräusche aus der Tiefe wahr. Die mutige Mama, gibt
sich nicht die Blöße und nach tiefem Durchatmen rutscht sie los – schreit sie etwa ein bißchen, als sie fast im freien Fall in die dunkle Tiefe stürzt? Hui, in einem dunklen, sehr spärlich beleuchten Gruselkellerlabyrinth angekommen – ängstliche Rufe von oben: Mama, alles in Ordnung? Was ist da? – Es dauert noch ein zwei Minuten bis Merle überredet ist, loszurutschen, wenigstens sieht sie an dem Metall das Licht meiner Taschenlampe reflektieren und weiß, daß ich nicht weit weg bin. Sie schreit und ihr Herz klopft, eine Sekunde, dann ist der Schreck vorbei. Gemeinsam versuchen wir uns durch das unterirdische Labyrinth zu finden, merkwürdige Zeichen an den Wänden, Masken, Tageslichtschein – oder doch nicht? Es dauert eine ganze Weile bis wir wieder überirdisch sind und aus dem Schloß rausgefunden haben. Später erfahren wir, daß es vier Ausgänge geben soll und können es nicht glauben.
Völlig geschafft sitzen wir im Baumstammlokal und verzehren uns nach einem Abendbrot. Merle schläft fast ein, wird aber wieder ganz aufgeregt als es Kaiserschmarren und Matjes an der Angel gibt. Und das heißt wirklich an an der Angel. Wie an jeder Ecke und in jeder Rundung dieser Insel steckt Liebe zum Detail, nicht vergleichbar mit großen Freizeitparks, wo an jeder Ecke der Kommerz lauert und anderen Attraktionen, die wir bisher kennengelernt haben. Alle Skulpturen sind benutzbar und deshalb mit viel Genauigkeit geplant und umgesetzt, alles und jedes hat eine Geschichte, die mit den Ureinwohnern Turisedes verknüpft ist. Mit ferundlichen und lustigen Hinweistafeln mit Informationen kann man ganz und gar abtauchen und weiß am Ende nicht mehr, ob es die Turiseder vielleicht doch gab. Man spürt das Herzblut von Jürgen Bergmann, geistiger und künstlerischer Vater der Kulturinsel. Vor über 20 Jahren fing der Künstler an, seine Holzskulpturen auf einer Wiese auszustellen, ein Galeriecafe kam hinzu und das Projekt wuchs und wuchs. Zunächst Freunde und später Fachleute aus dem Handwerk aus Design und Architektur trugen dazu bei, daß neben der künstlerischen Holzgestaltung ein bewohnbarer Teil des Geländes entstand – das erste Baumhaushotel Deutschlands. Luxusbaumhäuser oder Baumbetten, Erdhütten und Zelte in denen man übernachten kann. Denn eins ist ganz klar: man braucht mehr als einen Tag, um all das zu entdecken. Deshalb ist es mehr als praktisch gleich bei den Turisedern zu bleiben und für ein paar Stunden die Augen zuzumachen und im Schlaf weiter von den Trollen und Baumfeen, von polygehörnten Fleckschafen, einem Lama auf dem Dach und der Welt Turisedes zu träumen, bevor man sich nach einem guten Frühstück wieder ins Abenteuer stürzt.
Hat man noch nicht genug erlebt, kann man sich auf den Weg über die Neiße machen oder entlang des Flusses paddeln. Auf der anderen Seite befindet sich das größte Waldgebiet Europas und auch ein kleines polnisches Erlebnisdorf.
Auf verschiedenen Großveranstaltungen wie dem Folklorum im September, gibt es Kultur im Überfluß.
Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse in dem Landstrich sprudeln die Ideen der Kulturinsel – Macher weiter. Flöße, Baumbetten, Hängebrücken….
Besondere und vor allem wirkliche Erlebnisse gibt es für Schulklassen oder Firmen, die sich für einige Zeit in eine andere Welt begeben können und Dinge erfahren, die man im Klassenzimmer und normalen Konferenzräumen nicht so einfach vermitteln kann.
Nachdem wir uns nur kurz mit dem Visionär und Vater der Kulturinsel unterhalten wollten und mehr als eine Stunde mit in seine Welt gereist sind, stimmen wir überein, daß dies hier ein ganz besonderer Schatz ist, den man unbedingt erlebt haben muß. Aber auch unsere Zeit wird knapp und wir wollten uns noch journalistisch einwandfrei im Historium über die Geschichte Turisedes informieren, Material und Souvenirs mitnehmen und dann wieder gen Heimat reisen.
Die Sonne kommt noch raus und eigentlich könnten wir mindestens nochmal 24 Stunden hier Ziegen streicheln, Matjes angeln, abtauchen, hochklettern und staunen.
Abreise
In der großen Gemeinschaftsküche verspeisen wir unser mitgebrachtes Frühstück und stürmen hinaus, denn der Himmel ist wieder blau und die Sonne strahlt. Auf dem Rückweg nach Jukkasjärvi fotografieren wir Elche und Rentiere neben der Straße. Die Natur ist uns wohlgesonnen.
Gegen Mittag erreichen wir Kiruna, sind etwas unentschlossen ob des Mittags, gehen dann aber nochmal einkaufen und machen eine schöne Mittagspause in unserem Häuschen. Ich nutze die Schlafenszeit der anderen und fotografiere noch ein bisschen am Icehotel. Mit einem externen Blitz experimentiere ich in unserem Eilliptical Room und fotografiere noch Virgin in Space, worum mich Monica bat. Draußen beobachte ich die Eisernte. Riesige Blöcke werden aus dem Fluss geschnitten und mit Radladern zu den Kühlhallen transportiert. Arne und Jens diskutieren über Ideen, was man mit den Blöcken machen könnte, die so eine dicke weiße Schicht oben drauf haben… mir kommen gleich neue Artsuite Ideen.
Und dann erfüllt sich doch noch mein Wunsch, Arne fährt mich am Ende meines Fotorundganges schnell nach Lantaleinen, unserem Häuschen 800m Flussaufwärts – wir fahren 100km/h ich bin begeistert und erinner mich an meine Beifahrer Motorradzeit. Während der jedoch war ich nie an eine kuschlige Daunenjacke gelehnt, sondern immer nur an Ledermotorradjacken.
Die ganze Familie macht am Nachmittag noch ein bisschen Fotosession am und ums Icehotel herum.
Abends kommt Arne noch vorbei, wir trinken das Restbier und quatschen über dieses und jenes. Wohl oder übel müssen wir unsere Abfahrt vorbereiten und zwar so, dass wir nur noch in unsere Sachen schlüpfen brauchen, da unser Flieger schon um 7 .15 Uhr geht und wir dazu kurz nach fünf aufstehen wollen.
Das Autothermometer zeigt am Morgen minus 30 Grad, das Auto springt gleich an und alles klappt wie am Schnürchen.
Wie im Traum sind wir ratzfatz wieder in Berlin. Schon mittags um 12 Uhr.
Tag 4 – Nordlichter
Gegen 8 Uhr werden wir von einer Dame geweckt, die das Licht anmacht und warmen Lingonberryjuice anbietet. Nehm ich gerne, obwohl ich mich nicht ausgekühlt fühle. Woolpower Unterwäsche hat auch ihr übriges getan.
Kurz in die Sauna und warm Duschen und dann ab zum Frühstücksbuffett. Die anderen sind noch nicht dort. So haben wir noch ein paar Minuten für uns mit luxuriösen Croissants, Lachs, Eiern, Kaffee und allem was man sich vorstellen kann.
Schon ein paar Minuten später jedoch müssen wir genauestens berichten, wie wars denn? Habt ihr nicht gefrorenen? Musste nicht einer mal auf Toilette? Etc.
Nach dem ausgedehnten Frühstück packen die Eltern und checken aus. Dann treffen wir uns bei den Rentieren am Ende des Dorfes. Nutti Sami Siida ist ein Outdoormuseum mit Rentiergehege. Dort kaufen wir für ein paar Kronen eine Tüte mit Rentierflechten, mit denen wir die Tiere füttern können.
Wir gehen vorsichtig in das Gehege und die drei Tiere wissen schon, welche Leckereien auf sie warten, etwas ungestüm stupsen sie an uns herum, so dass man gar nicht koordiniert, das Futter gerecht verteilen kann. Als dann aber alle ihren Appetit gestillt hatten, konnten wir sie in Ruhe streicheln. Eines von ihnen war gestern mit Nils, dem Inhaber von Nutti Sami, und einem Schlitten vor der Kirche, um ein anderes Hochzeitspaar abzuholen. In den Lavvus und an den Hütten stehen viele Informationen über die Samen und die Rentierzucht.
Wir trinken dann noch kurz einen Kaffee , bevor die Eltern abreisen und machen es uns in unserer Unterkunft gemütlich.
Essen Mittag, Morten schläft.
Abisko Nationalpark
Nach dem Mittagsschläfchen packen wir wiedermal die Hälfte unserer sieben Sachen und brechen auf für einen kurzen Übernachtungstrip nach Abisko. Kaum haben wir Kiruna verlassen sind rechts und links einsame Hügel und pure skandinavische raue Winterlandschaft zu sehen. Es hat wieder etwas angefangen zu schneien. Die Fahrt verläuft jedoch problemlos. Selbstverständlich haben wir auch Spikes auf dem Auto.
Eine Kooperation mit STF dem schwedischen Jugendherbergsverband ermöglicht es uns, in der Jugendherberge zu übernachten und die Abisko Skystation in der Nacht zu besuchen.
Man denkt, dass man so ziemlich am Ende der Welt ist in der winterlichen Einöde nördlich des Polarkreises und es einsam sein könnte. Aber in der Herberge wimmelt es von Winterenthusiasten, die Skitouren machen und auch Nordlichter beobachten wollen. Mir kribbelt sind en Füßen und Händen. Ich will auch endlich mal Skitouren machen. Die Zeit ist jetzt im Frühling am besten. Es ist hell und die Sonne scheint. Es ist trotzdem noch kalt genug, dass viel Schnee liegt.
Die Vorhersage für die Nordlichter und die Bewölkung heute Abend ist noch nicht ganz klar. Klar ist jedoch, dass ich auf jeden Fall mit dem Sessellift zur Sky Station hochfahre. Die Kinder sollen nicht mit. Es könnte auf de r20minütigen Sesselliftfahrt zu kalt werden. So bleibt Jan in der Jugendherberge. Ich würd es ihm sehr gönnen, auch dort oben Nordlichter zu sehen, und schlage deshalb vor, dass jeder eine Stunde dort bleiben könnte und dass wir uns ablösen. Jedoch bleibe ich am Ende die ganze Zeit.
Kurz nach Acht gehe ich von der Jugendherberge zur 20 Minuten entfernten Liftstation. Dort hängen wiederum die altbekannten Overalls, die man sich über seine normalen Winterklamotten drüber zieht – Selbstbedienunsgsystem. Dann steige ich mit Jürgen, einem Hessen, in den recht engen Zweier Sessellift, zwischen ihm, dem Bügel und dem Fotoequipment bin ich bewegungsunfähig eingeklemmt. Er hat keine Fotoambitionen, sondern will die Nordlichter quasi aus beruflichen Gründen mal live sehen. Oben angekommen sieht man einige Menschen , die sich mit ihren Stativen und Kameras über den Hang erteilt haben, ca. 600 m unter uns liegt der Ort Abisko. Nicht viel künstliches Licht, was die Beobachtung hier oben einschränken würde.
Und da ist es auch schon der erste Nordlichtschein, aufgeregt packe ich mein Stativ aus, tätige die nötigen Einstellungen und mache die ersten Bilder. Ich komme mit der unendlich Einstellung für den Fokus nicht klar, hege die Idee etwas in den Vordergrund zu nehmen, um das Bild interessanter zu machen. Nur ein paar Wegweiser bieten sich an, Selbstporträtversuche mit Nordlicht im Hintergrund gehen in die Hose. Am Anfang sind die Nordlichter gut zu sehen, glimmen auf, bewegen sich etwas und vergehen wieder.
Es gibt ein kleines Kaffe, in dem man sich aufwärmen könnte. In der Eile habe ich weder ein paar Süßigkeiten noch Geld eingesteckt und denke aber auch, wenn ich grade drin bin, könnte ja draußen das Nordlicht meines Lebens zu sehen sein, so bin ich fast 3 Stunden ununterbrochen draußen. Verändere hin und wieder meine Position, klettere mal auf einen Aussichtspunkt, der aber durch den Liftmotor etwas vibriert, so dass ich glaube, dort keine vernünftigen Fotos machen zu können. Jedoch bin ich überrascht, dass nach langer Belichtungszeit von dort oben Nordlichter zu sehen sind, die das Auge gar nicht wahrgenommen hat ….. und Millionen von Sternen, die hinter einigen Wolken hervorluken. Etwas unkoordiniert bin ich noch bezüglich meiner Handschuhe, ich habe dicke Skihandschuhe dabei und Umklapphalbfingerhandschuhe. Mit beiden hantiere ich herum, aber eine endgültige gute Lösung finde ich nicht, denn für die Einstellungen an der Kamera braucht man doch die Fingerspitzen.
Gegen Mitternacht fahre ich wieder runter im Lift. Diesmal dauert es noch etwas länger, weil immer wieder Menschen einsteigen und dazu der Lift angehalten werden muss, die Station schließt um 0 Uhr.
Andere sind schon früher gegangen als die Nordlichter für das Auge nicht mehr so deutlich waren, aber da ich merkte, dass die Kamera trotzdem noch tolle Bilder einfangen kann, riss ich mich noch nicht vorher los.
In der Herberge angekommen, schlafen die Kinder, Jan ist etwas gestresst von den vielen Menschen, die am Ende der Welt doch noch hier versammelt sind und auf dem Gang zu hören sind.
Ich zeige stolz meine Fotoschätze und erzähle von Jürgen, der um die Ecke von Jans Geburtsort zu Hause ist. Zufälle gibt’s.
Danke an die Aurora Skystation und dem Schwedischen Jugendherbergsverband für das tolle Erlebnis
Tag 3 Hundeschlitten und die Blessing Ceremony
Wir sind um 10 Uhr abholbereit am Icehotel. Was alle wissen, nur nicht Merle – es geht zu einer Hundeschlittentour.
Ein Mitarbeiter von Jukkasjärvi Vildmarkstur holt uns mit einem Kleinbus am Icehotel ab und wir fahren mit einem weiteren Pärchen nach Laxforsen, 5 Minuten entfernt von Jukkas.
Morten und meine Mutter machen sich am Icehotel einen schönen Vormittag. Als wir auf einem großen Gehöft mit dutzenden Hundezwingern ankommen, hat es Merle erraten: Machen wir eine Hundeschlittenfahrt??? Es ist ein Lärm voller Hundegebell wie morgens im Kindergarten beim Abgeben der Kinder, wenn sich alle erst mal begeistert begrüßen. Die Hunde jedoch wollen raus – sie wollen rennen. 200 an der Zahl gibt es hier. Verschiedene Musher, so nennt man die Hundeschlittenführer haben hier ihre Hunde und sind Teil des Unternehmens. Wir treffen Kersten. Eine Norddeutsche Natur, er ist hierher ausgewandert und liebt es mit Hunden zu arbeiten. In Ruhe erklärt er uns die wichtigen Dinge. Wir haben uns entschieden eine Tour zu machen, bei der alles auf dem Schlitten sitzen und Kersten den Schlitten fährt. Bei anderen Angeboten, kann man auch selber den Schlitten fahren und sogar über Nacht oder mehrere Tage unterwegs sein und in Wildnishütten oder Lavvus, Zelten, übernachten. Wir fangen klein an. Sind für alles gerüstet, Anzügen, Skimasken, Skibrillen gegen den Wind. Aber das Wetter ist so fabelhaft voller Sonne, dass wir das alles gar nicht brauchen, sogar die Kamera kann ich ausgepackt vor mir haben und unterwegs fotografieren.
Kersten spannt 12 Hunde ein. Jan muss wegen der gerechten Gewichtsverteilung auf einem anderen Schlitten mitfahren. Die Schwiegereltern, Merle und ich fahren auf einem. Die Hunde wollen los, zerren und bellen, zum Glück ist die Bremse tief in den Schnee gerammt. Als alle Seile und Passagiere geordnet sind geht’s mit einem Ruck los. Die Hunde hören auf Schwedische und Englische Kommandos, aber eigentlich auf Kerstens Stimme, wie er sagt. Er ermahnt und erzieht – wie gesagt – wie im Kindergarten.
Vorher hat er uns noch instruiert, dass wir unser Gewicht mit verlagern müssen, wenn der Schlitten mal in eine Seitlage gerät. Nicht wie beim Motorrad fahren mit in die Kurve legen!
Nach einer halben Stunde Fahrt kommen wir an unseren Kaffee Platz, ein Lavvu, in dem Kersten und sein Kollege ein Feuer machen, um Kaffee zu kochen und Brote mit Käse zu rösten. Wir sitzen auf Rentierfellen und schauen den schwarz gerusten Kesseln beim Brodeln zu.
Draußen machen auch die Hunde Pause, liegen in der Sonne.
Merle, die Hundenärrin, kann sich gar nicht entscheiden, wer von den Tieren zuerst liebkost wird.
Dann geht es wieder zurück über eine offene Ebene mit nur wenigen Bäumen und dann wieder durch einen engeren Waldweg. Kersten hat uns vorher erklärt, dass man für diese Situationen die Füße auf dem Schlitten nicht nach außen drehen darf, weil man sonst irgendwo hängenbleiben kann. Wird gemacht.
Obwohl Merle vorne Sitzt und von den Rennen Hunden ab und zu etwas Schnee in den Schoß und ins Gesicht bekommt, genießt sie es.
Uns steht allen ein Grinsen auf dem Gesicht ob des gelungenen Abenteuers bei strahlenden Sonnenschein mit diesen tollen Tieren unterwegs zu sein, die Landschaft zu genießen und soviel neues zu erfahren. Und übrigens ist das Fahren mit Hundeschlitten nicht unbedingt sehr ursprünglich in Lappland. Hier spannt man eher mal ein Rentier ein. Auch solche Touren kann man mit JVT machen. Das Hundeschlittenfahren kommt aus Sibirien. Deshalb sind auch die meisten Huskies hier Sibirian Huskies.
Danke Jukkasjärvi Vildmarksturer AB für den schönen Ausflug
Die Kirche
Wir kommen wieder am Icehotel an, uns werden die Kinder ausgespannt, dass wir uns noch ein bisschen schön machen können für die Kirche. Wir sitzen im ersten OG unserer Unterkunft, blicken auf den Sonnegefluteten Torneälven, hin und wieder brummt ein Motorschlitten vorbei. Oder Hundeschlitten fahren über den gefrorenen Fluss. Gegenüber am anderen Ufer sieht man eine kleine Holzkirche stehen und auch eine offizielle Winterstraße führt darüber, von weitem sieht man kleine Ameisenautos drüber fahren.
Für einen Moment ungeahnter Luxus, kinderfrei, Sonne, Pause von all den Erlebnissen – unsere Wecker stellen wir auf 15 Uhr, falls wir doch in der Mittagssonne einschlafen sollten. Im Saunabereich des Icehotel machen wir uns fertig für die Blessing Ceremony. Die Abenteuerklamotten werden ausgepellt, kurz in die Sauna, duschen und die schönen, extra ausgesuchten Sachen wieder angepellt.
Wer jetzt ein weißes Hochzeitskleid erwartet oder einen Schneefuchspelz wird leider enttäuscht. Es ist merkwürdig für mich, dass es meist die allererste Frage ist… und, was hattest du an? Es ist für mich gar nicht so bedeutend, das Kleid meines Lebens an zu haben. Für mich war es wichtig, mit diese Gegend verbunden zu sein. So hatte ich mir schon im Dezember im Icehotel Shop einen wollenen Umhang von einer einheimischen Modedesignerin gekauft. Schlicht, mit Kapuze grau…. Ich fühlte mich wohl und nicht verkleidet und hege die Hoffnung den auch außerhalb einer Eiskirche zu tragen.
Ich habe mir noch einen orangen Kringel dran genäht. Jan muss mit den orangen Details mitziehen und trägt eine noch schnell erworbene Winterjacke mit Fellkapuze und einen orangen Pullover und einen orangen Schal. Beide haben wir unseren fetten Winterstiefel an.
Nach dem Duschen merke ich, dass meine Haut im Gesicht so spannt, vor Aufregung oder wegen der Temperaturunterschiede – keine Ahnung. Ich werde nervös, fühl mich nicht wohl… da ich sonst nie Schminke oder Cremes benutze, habe ich sowas auch gar nicht dabei. Stürme zu den netten Mädels bei der Rezeption. Eine kramt ihr Kosmetiktäschchen raus, puh, da ist irgend so eine feine creme, sogar etwas Glitzer ist dabei, wie nett. Dabei habe ich auch noch den Müttern gesagt – lieber keine Schminke und so, Wasser gefriert in der Haut bei den Temperaturen – kann unangenehm werden.
Der Pastor, sitzt auch im Warmen und bereitet sich gedanklich auf uns vor. Wir dachten, dass wir draußen ein wenig in der Sonne stehen, aber nein es hat sich zugezogen und schneit. So wissen wir nicht so richtig wohin mit uns… wir wollen ja auch nicht schon frierend und zitternd in die Zeremonie gehen, so wärmen wir uns noch ein wenig und fangen dann doch noch ein paar Gäste ab. Ich überreiche Anna Sofia meine Kamera, damit sie Fotos macht – ich bin sehr dankbar, dass sie es macht. Einen Extra Fotografen haben wir uns nicht noch geleistet. Allein die 20 minütige Zeremonie in der Kirche kostet uns über tausend Euro. Gut umsorgt fühlen wir uns dafür mit Eva der Wedding Koordinatorin vom Icehotel. Unsere Musik läuft, als wir langsam Hand in Hand in die Kirche laufen. Die Gäste stehen zwischen den Eisbänken auf denen Rentierfelle liegen. Jan flüstert mir zu, ich solle langsamer gehen… ich wollte wohl vor Aufregung zum Altar rennen.
Book of love – das ist unser Lied von Peter Gabriel, es ist getragen und wenn man nur ein bisschen hinhört – könnt man denken – das Buch der Liebe ist nur lang und langweilig… aber nein, es sind auch Lieder drin und Anleitungen zum Tanzen, schöne Figuren und ich lieb es, wenn du vorliest….
Am Altar angekommen, stehen wir auf einem Rentierfell. In meinem Kopf schwirrt nur herum, stehen wir richtig rum, ich meine rechte Hand, linke Hand etc.
Wir haben besprochen, dass der Pastor die Zeremonie teilweise auf Englisch und teilweise auf Deutsch abhält. Er erwähnt, dass ich sicherlich mehr zu der Eisarchitektur, der Kirche erzählen kann, als er und tatsächlich ist es so besonders diese Beziehung dazu zu haben… wahrscheinlich fast einmalig. Die Decke der Kirche hängt etwas durch, deshalb wurden schon zwei weitere Eissäulen eingefügt. Sie steht an einem Platz, wo immer die Sonne drauf steht und das Gewölbe ist viel größer und höher als das vom eigentlichen Icehotel – die Statik ist nochmal eine besondere unter diesen Umständen. Aber bis jetzt hat sie ja gehalten und die nächsten zwanzig Minuten wird sie es auch noch überstehen.
Das Gelöbnis sprechen wir dem Pastor auf Deutsch Satz für Satz nach, tauschen die Ringe, die vorher gesegnet wurden und am Ende sprechen wir noch auf Deutsch das Vaterunser. Aus dem Augenwinkel sehe ich wohl, dass bei den Müttern einige Tränen kullern – tja, alle unter der Haube – Eishaube J
Ein paar Gruppenfotos vor dem Altar. Morten hat am Anfang ein bisschen rumkrakelt und ist dann eingeschlafen – wiedermal was Wichtiges verpasst, selbst auf den Fotos schläft er noch auf Jans Arm.
Die Musik läuft noch einmal und wir spazieren langsam raus aus der Kirche. Draußen erwarten uns die Gäste, Sofi mit ihren Töchtern, AnnaSofia, Arne und Eva und bewerfen uns nicht mit Reis, sondern mit Schnee, wie wunderbar!!!!!!!!!
Wir stoßen mit Sekt an – was in Schweden an öffentlichen Orten verboten ist und verabreden uns sogleich für ein kleines cometogether bei ‚uns‘ im Haus im Hembygdsgarden.
Merle darf bei Arne auf dem Schneemotorrad mitfahren. Das war doch immer mein heimlicher Wunsch! Aber ich gönne es ihr!
Gemütlich sitzen wir beisammen, jeder hat was Leckeres mitgebracht, Sofis große Tochter spielt im Hintergrund leise Gitarre und singt. Geschenke werden überreicht: Ich bekomme meine alte Serviettensammlung, die ich als Kind angelegt habe unter dem Motte, dass ich sie bei meiner Hochzeit verwenden will. Kleine, feine und wertvolle Dinge…… aber am schönsten ist es, genau wie wir hier sitzen beisammen und spüren, dass die Gemeinschaft so wertvoll ist, egal wo auf der Welt. Ein bisschen traurig sind, wir, dass wir unsere besten Freuden Christian und Angelique nicht einfach so einladen konnten mit hier zu sein in Gedanken sind sie bei uns und machen die Runde komplett.
Alle fahren wieder zurück zum Icehotel, die Kinder schlafen bei den Großeltern in der Hütte und uns steht unsere Hochzeitsnacht in der Artsuite bei minus 5 Grad bevor.
Ich bin etwas nervös, hatte ich doch von langer Hand vorbereitet, dass ein Eisblock mit unserem Lied, dem Songtext eingefroren in der Suite ist… er ist nicht da, wo ich doch noch am Vormittag mit jemandem in der Eisproduktion gesprochen hatte…. So muss ich einen unbeobachteten Moment abwarten und nochmal die Mädchen an der Rezeption fragen. Frederik von der Icebar wird kurzerhand beauftragt, den Eisblock zu holen und in die Suite zu stellen J eigentlich sollte er noch etwas behauen werden, dass er auch aussieht wie ein Buch, da ich es nicht geschafft habe vorher zu machen, habe ich mir von AnnaSofia zwei Meißel ausgeliehen und wir könnten es in der Nacht in der Suite machen. Auch die müssen unbeobachtet mit in den Raum gelangen.
Jan hat noch Hunger und so gönnen wir uns noch einen kleinen Snack im Icehotel Restaurant. In die Bar wollen wir lieber nicht, sondern uns lieber noch in der warmen Rezeption aufwärmen bevor es ins Kalte geht. Wir bekommen einen Doppelschlafsack und ein Inlet dafür und lassen alle überflüssigen Klamotten in einem Locker. Als wir in den Raum kommen, sehe ich erleichtert, dass der Eisblock mit dem Lied am Kopfende des Bettes steht – Jan entdeckt es nicht sofort, aber ist dann ganz überrascht. Irgendwie haben wir aber das Gefühl, dass wir uns mit Eisbildhauerei nicht mehr lange aufhalten wollen, sondern lieber die Schlafsacktemperatur erhöhen wollen, bevor dieser Raumtemperatur annimmt, nämlich minus fünf Grad. Es ist wunderbar kuschlig zu zweit. Viel besser als alleine in einem Soloschlafsack, was ich ja mal am Ende der Bauarbeiten ausprobieren durfte.
Es ist still und man kann zu keiner Zeit eine Uhrzeit ausmachen, ein Lichtschein dringt aus dem Korridor unter dem Vorhang durch. Es gibt keine richtigen Türen. Jan muss einmal raus, beeilt sich aber, so dass der Schlafsack nicht auskühlt.
Tag 2 – die Eltern kommen
Die Logistik nimmt seinen Lauf. Aber die Familie muss unbedingt als allererstes die Murmelbahn begutachten. Mir fällt ein Stein vom Herzen, denn sie funktioniert noch. Es hat sich in den letzten 3 Monaten viel verändert, ehemals gerade Kanten sind krumm und schief, Türdurchgänge viel niedriger, Decken hängen durch – Schnee und Eis sind eben lebendige Materialien.
Die Sonne strahlt draußen vom blauen Himmel. Ich treffe einige bekannte Gesichter. Umarmungen, Wiedersehensfreude, Auch nach der Bauphase gibt es hier viel zu tun. Die eine gibt Icesculpting Kurse, die andere baut Winterwonderland in einer Kühlhalle für den Sommer, der andere betreut die Eisernte. Alle sind sie ganz schön im Stress. Trotzdem ist es schön, sie zu sehen.
Wir fahren nach Kiruna, alkoholische Getränke im System Bolaget kaufen für die Party morgen Abend. Keine Ahnung, wen das Cometogether interessiert, deshalb sind wir bezüglich der Mengen auch sehr unsicher. Im Kofferraum klimpern die Flaschen und Tetrapacks als wir zurück nach Jukkas fahren. Für die Kinder ist Mittagessen aus der Mikrowelle und Mittagsschlaf angesagt. Morten spürt wahrscheinlich die Aufregung und ich schaffe es nicht, ihn einzuschläfern.
Jan holt die Eltern vom Flughafen ab. Dazu kämpfen wir etwas mit dem Kindersitz, der vorher ausgebaut werden muss. Und ja auf dem kleinen Flughafen kann man sich auch verpassen oder nicht treffen J aber schließlich kommen alle wohlbehalten am Icehotel an.
Erste große Aktion: Mit 5 Erwachsenen Schneeanzüge und Stiefel ausleihen, damit auch ja keiner friert.
Ich mag es, wenn alle in den Anzügen gleich aussehen – da werden alle über einen Kamm geschoren.
Die Eltern sehen richtig gut aus. Auch wenn sie das selber nicht finden.
Ich mache eine kleine Führung durch das Icehotel, die Mainhall, die Bar, die Artsuiten. In diesem Jahr gibt es eine Aussichtsplattform, von der man aus die Nordlichter beobachten kann. In die Kirche werfen wir auch schon mal einen Blick.
Jan und ich haben ein Treffen mit dem Pastor – gut, dass wir zu dem Zweck schon mal die Kinder bei den Großeltern abladen dürfen.
Danach Abendessen im Old Homestead in Hembygdsgarden. Dieser Ortsteil besteht aus vielen alten erhaltenen Häusern, wie der alten Schule, einer Bäckerei und diesem rustikalen Restaurant.
Auf dem Gelände sind wir auch untergebracht, in einem größeren Haus dürfen wir ein Matratzenlager errichten, unten ist ein Bandproberaum und Merle ist von einem echten Schlagzeug sehr begeistert.
Wir essen erst mal alles, was das Herz begehrt, Renfleischburger, Lachs, Nudeln, Rindfleisch… Morten bekommt von jedem etwas und läuft lustig im Restaurant auf und ab. Merles Nachtisch ist besonders edel: Vanilleeis auf Eis – Ein Eisteller macht diesen Nachtisch zum Luxus!
Danach verziehen wir uns in unser Matratzenlager, die Eltern in ihre Cabin am Icehotel.
Ein schwaches Nordlicht erblicken wir noch am Horizont im Nordosten.
Tag1 – Jukkasjärvi – Meeting Point
Eine besondere Mission führt uns dieses Mal für nur 5 Tage nach Lappland.
Wir bestellen uns ein TaxI. Ein bisschen früher als notwendig, denn auch hier in Potsdam liegt Schnee und wir sind nervös, da wir den Flieger nach Stockholm und weiter nach Kiruna nicht verpassen wollen. Ob wir nun 5 Tage oder 15 oder 50 unterwegs sind, die zwei großen Reisetaschen nebst 2 Rucksäcken und Technikkoffer sind im nu prall gefüllt.
Wir schaffen den Flieger, lassen uns vorher durchleuchten, woran Merle immer mehr Spaß findet. Morten schläft auf den wichtigen Etappen im Flugzeug – Schweden von oben – ist wohl nicht so interessant. Wir kommen etwas später in Kiruna an als gedacht, mieten ein kleines Auto, wo wir all unsere Täschchen reinstopfen und düsen ab nach Jukkasjärvi, ca. 15 Minuten Fahrt. Die Landschaft, die Atmosphäre alles einerseits so vertraut und trotzdem so utopisch, plötzlich hier zu sein mit der Familie.
Arne empfängt uns und hat uns eine Unterkunft organisiert, am liebsten würden wir gleich kreuz und quer durchs Icehotel rasen, aber müssen erst mal schauen, dass wir in dem kleinen Laden im Dorf noch was zu essen bekommen und uns einrichten.
Jan organisiert das, ich laufe mit den Kindern eine RundeUngewöhnlich ruhig, keine großen Radlader, die herumfahren, keine dutzende Schubkarren, die herumstehen J Die Atmosphäre auf der Baustelle im November und Dezember war doch eine andere.
Wir haben wenig Zeit und wollen so viel mitnehmen, sitzen abends in der Hütte um den kleinen Tisch, futtern Polarbröd mit Butter und Räkost und versuchen zu planen. Morgen kommen die Eltern.
Auch die sollen was erleben.
Arktische Hunde im Norden von Berlin
Am Wochenende hatten wir die Chance, mit wundervollen Hunden im Norden von Berlin unterwegs zu sein
nordicfamily auf der ITB Berlin
Wir werden uns auf der ITB in Berlin nach neuen Destinationen und Kooperationspartnern umschauen und natürlich live berichten, welche Familienreiseanbieter es gibt und welche familienfreundlichen Destinationen. Ihr dürft gespannt sein.
3.1.2013 im Zeichen des Pferdes unterwegs – Dalahäst
unser letzter Tag in Schweden für diese Reise
Wir sind im Namen des Dalahäst unterwegs, das Wahrzeichen, das aus Dalarna kommt ist ein rotes Holzpferd mit Ornamenten bemalt.
Wir schauen uns die Fabrik in Nusnäs an.
Wir entdecken auf dem Siljansee wie reizvoll Langlaufschlittschuhe sind und wünschen uns welche… aber raus kommt nur eine Schlitterbahn – ein Vorhaben für nächstes Jahr!


















































































